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Streit ums Erbe | Erbprozess

Die Seite enthält Informationen zum Thema Erbprozess als Alternative zum Erbschein, welche Grundsätze im Erbprozess gelten, welche Beweismittel zugelassen sind und wer im Erbprozess beweispflichtig ist, falls sich die Testierfähigkeit des Erblassers nicht mehr ohne Weiteres feststellen lässt.


ERBPROZESS STATT ERBSCHEIN

Zum Nachweis des Erbrechts können Sie entweder beim Nachlassgericht einen Erbschein beantragen oder Sie lassen Ihr Erbrecht im Erbprozess (Zivilprozess) feststellen. Erbschaftsstreitigkeiten sind in der Regel rechtlich kompliziert und erfordern deshalb die Beauftragung eines Rechtsanwalts. Meist liegt der Streitwert im Erbprozess über 5.000,00 Euro. Damit ist das Landgericht für den Erbprozess zuständig, wo Sie sich von einem Rechtsanwalt vertreten lassen müssen.


GRUNDSÄTZE IM ERBPROZESS

Im Erbprozess gelten folgende Grundsätze:

Alles, worauf Sie sich berufen, müssen Sie beweisen. Grundsätzlich gilt, dass der Erblasser so lange als testierfähig anzusehen ist, als nicht das Gegenteil bewiesen ist.


BEWEISMITTEL IM ERBPROZESS

Im Erbprozess kommen als Beweismittel der Zeugenbeweis, der Urkundsbeweis und der Sachverständigenbeweis in Betracht. Grundsätzlich können Angehörige, Nachbarn, Freunde, Hausarzt, Anwalt oder Steuerberater im Erbprozess als Zeugen vernommen werden.

Ein Arzt darf als Zeuge nur aussagen, wenn er von der Schweigepflicht entbunden wurde. Da die Schweigepflicht aber auch nach dem Tod des Erblassers weiterwirkt und die Erben oder Angehörigen nicht von der Schweigepflicht entbinden können, prüft das Gericht, ob der Erblasser die Offenlegung durch den Arzt mutmaβlich gebilligt hätte.


BEWEISPFLICHT IM ERBPROZESS

Lässt sich nicht mehr klären, ob der Erblasser beim Errichten eines Testaments testierfähig war, trägt derjenige im Erbprozess die Beweislast, der sich auf die Unwirksamkeit des Testaments beruft. Stellt das Gericht Testierunfähigkeit fest, sind Testament oder Erbvertag unwirksam.

Ist ein Testament nach dem Tod des Erblassers nicht mehr auffindbar, ist im Erbprozess derjenige beweispflichtig, der aus dem Testament Rechte herleiten will. Die Errichtung des Testaments kann in dem Fall durch alle zulässigen Beweismittel nachgewiesen werden (auch durch Vorlage einer Kopie des Testaments). Hat der Erblasser die Urkunde selbst vernichtet, wird vom Gesetz vermutet, dass er die Aufhebung des Testaments beabsichtigt hat. Es besteht aber keine Vermutung dafür, dass ein nicht mehr auffindbares Testament durch den Erblasser selbst vernichtet wurde.


Wir beurteilen Ihre Erfolgsaussichten in einem Erbprozess und vermitteln Ihnen bei Wunsch einen erfahrenen Rechtsanwalt.



Weitere Informationen zum Thema STREIT UMS ERBE; Alternativen zum ERBPROZESS finden Sie unter www.erbengemeinschaft-erbenhaftfung.de.

Mehrere nützliche MUSTERSCHREIBEN und FORMULARE zum Thema VORSORGE, TESTAMENT, VERMÄCHTNIS, SCHENKUNG stehen Ihnen auβerdem zur Verfügung unter www.erbrecht-downloads.de.

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