GESELLSCHAFT FÜR ERBRECHT UND STIFTUNGSRECHT EEIG

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Nachlasspfleger

Die Seite informiert Sie über die Person, die Aufgaben, die Pflichten und die Haftung eines Nachlasspflegers.


Nachlasspfleger - Person

Nachlasspfleger kann jede natürliche volljährige Person sein. Zumeist ernennen die Nachlassgerichte beruflich qualifizierte Personen zu Nachlasspflegern wie z. B. Rechtsanwälte oder Steuerberater. Der Nachlasspfleger muss fachlich geeignet und charakterlich zuverlässig sein, um seinen Aufgaben gerecht zu werden. Da er fremde Vermögensinteressen wahrnimmt, nimmt er gegenüber Dritten und den Erben eine Vertrauensstellung ein.


Nachlasspfleger - Aufgaben

Der Nachlasspfleger vertritt die unbekannten Erben. Der Umfang seiner Vertretung und Aufgaben wird durch das Nachlassgericht bestimmt. Zumeist liegen die Aufgaben in der Sicherung und Verwaltung des Nachlasses sowie in der Ermittlung der unbekannten Erben. Die Aufgaben werden durch das Nachlassgericht in einer Bestallungsurkunde festgelegt. Die Bestallungsurkunde dient zum Nachweis, dass der Nachlasspfleger die unbekannten Erben vertritt.

Zu den typischen Aufgaben des Nachlasspflegers gehören alle Wohnungsgelegenheiten, die Beerdigung des Erblassers, Auflösen von Konten oder auch die Verwertung und Verwaltung von Grundstücken sowie die Erbenermittlung. Er ist auch verantwortlich für die Abgabe der Erbschaftssteuererklärung.

Für bestimmte Tätigkeiten benötigt der Nachlasspfleger einen Beschluss des Nachlassgerichts, wie z. B. für den Verkauf von Grundstücken. Das Nachlassgericht hat hier die Möglichkeit, einen Verfahrenspfleger zu bestellen. Der Verfahrenspfleger prüft, ob die vom Nachlasspfleger geplante Handlung sinnvoll und rechtmäβig ist.


Nachlasspfleger - Pflichten

Der Nachlasspfleger muss ein Nachlassverzeichnis erstellen, das alle Aktiva und Passiva des Nachlasses enthält. Auβerdem muss er dem zuständigen Nachlassgericht regelmäβig seiner Berichtspflicht nachkommen. Der Bericht muss die Schritte darlegen, die der Nachlasspfleger im Rahmen der Verwaltung und Verwertung des Nachlasses unternommen hat sowie die Tätigkeit zur Erbenermittlung. Bei Überschuldung oder drohender Zahlungsunfähigkeit des Nachlasses ist der Nachlasspfleger verpflichtet zu prüfen, ob ein Nachlassinsolvenzantrag zu stellen ist. Wird ein Nachlassinsolvenzverfahren eingeleitet, vertritt der Nachlasspfleger weiter die unbekannten Erben.


Nachlasspfleger - Haftung

Verletzt der Nachlasspfleger seine Pflichten oder führt er die ihm übertragenen Aufgaben pflichtwidrig aus, besteht unter Umständen ein Schadensersatzanspruch der Erben ihm gegenüber.

Eine Haftung kann auch gegenüber Nachlassgläubigern bestehen, wenn er z.B. falsche oder gar keine Auskünfte gibt. Ferner kann eine Haftung des Nachlasspflegers in der Nachlassinsolvenz möglich sein oder aber auch gegenüber Dritten, da er Vertreter der unbekannten Erben ist.


Beachten Sie Ihre Rechte und prüfen Sie sorgfältig, ob der Nachlasspfleger immer im Sinne der unbekannten Erben sorgfältig gehandelt und alle zumutbaren Maβnahmen ergriffen hat!



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