GESELLSCHAFT FÜR ERBRECHT UND STIFTUNGSRECHT EEIG

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Gesetzliche Rechte und Pflichten des Bevollmächtigten

Die Seite enthält Informationen darüber, wann ein Bevollmächtigter zum Handeln berechtigt und wann er zum Handeln verpflichtet ist, ¨ber seine Haftung gegen¨ber dem Vollmachtgeber im Innenverhältnis, die Haftung den Dritten gegen¨ber im Auβenverhältnis und die Auskunftspflicht sowie die Rechenschaftspflicht des Bevollmächtigten gegenüber den Erben des Vollmachtgebers und dem Betreuungsgericht.


Der Bevollmächtigte ist zum Handeln berechtigt und verpflichtet, wenn er die Original-Vollmachtsurkunde in Besitz hat, und die Fürsorgebedürftigkeit vorliegt. Er ist verpflichtet, sich grundsätzlich für den Vorsorgefall bereithalten.

Der Inhalt der Vollmacht bestimmt, wozu der Bevollmächtigte im Auβenverhältnis berechtigt ist. Überschreitet er diese Befugnis, bleibt seine Handlung schwebend unwirksam, und der Bevollmächtigte ist Dritten gegenüber zum Schadensersatz verpflichtet.

Überschreitet der Bevollmächtigte seine im Vorsorgevertrag mit dem Vollmachtgeber vereinbarten Vorsorgebefugnisse, bleibt die Handlung gegenüber Dritten nach auβen wirksam. Er ist aber gegenüber dem Vollmachtgeber zum Schadenersatz verpflichtet.

Das Innenverhältnis zwischen Vollmachtgeber und Bevollmächtigtem sollte unbedingt in einem Vorsorgevertrag geregelt sein. Der Vorsorgevertrag legt fest, zu welchen Handlungen der Bevollmächtigte detailliert berechtigt ist und was ihm konkret untersagt ist, welche Wünsche, Anweisungen und Leitlinien des Vollmachtgebers er verpflichtet ist zu beachten, wie und wem gegenüber er zu Rechenschaft verpflichtet ist. Der Bevollmächtigte ist zur Befolgung dieser Vorgaben verpflichtet.


Ihre Wünsche müssen Ihren finanziellen Verhältnissen entsprechen und für den Bevollmächtigten erfüllbar sein. Benutzen Sie das MUSTER zum VORSORGEVERTRAG. Haben Sie hierzu Fragen, oder benötigen Sie Hilfe, wir beraten Sie gerne.



Der Bevollmächtigte ist gegenüber dem Vollmachtgeber, den Mitbevollmächtigten, den Überwachungsbevollmächtigten und spätestens gegenüber den Erben zur Auskunft und Rechnungslegung verpflichtet. Der Bevollmächtigte sollte deshalb alle Ausgaben und Aktivitäten ab Übernahme seiner Tätigkeit vollständig dokumentieren und alle Belege, Quittungen, Rechnungen und Kontoauszüge sammeln.


Als Bevollmächtigter sollten Sie eigene und fremde Konten strikt trennen. Sie sind verpflichtet, jederzeit alles nachweisen zu können.



Das Betreuungsgericht ist berechtigt, bei konkretem Überwachungsbedarf bereits zu Lebzeiten des Vollmachtgebers eine überwachung zu erzwingen durch die Einsetzung eines Vollmachtbetreuers.

Das Betreuungsgericht bestimmt den Aufgabenkreis. Der Vollmachtbetreuer ist berechtigt, Auskunft und Rechenschaft zu verlangen und Ersatzansprüche geltend zu machen. Er ist berechtigt, das Auftragsverhältnis zu kündigen und die Vollmacht zu widerrufen. Er ist aber nicht berechtigt, einen anderen Bevollmächtigten zu bestellen, dies obliegt dem Betreuungsgericht.

Grundsätzlich haftet der Bevollmächtigte für vorsätzliche oder fahrlässige Schädigungen des Vollmachtgebers (z. B. Fristversäumnis, Verjährungen, Risikogeschäfte). Vereinbarungen, die die Haftung des Bevollmächtigten grobe Fahrlässigkeit begrenzen, sind zulässig. Ein Ausschluss der Haftung bei Vorsatz ist unzulässig.

Wird ein Dritter geschädigt, haftet zunächst der Vollmachtgeber, der im Innenverhältnis den Bevollmächtigten in Regress nehmen kann. Bei überschreiten der Vertretungsmacht haftet der Bevollmächtigte gegenüber dem Dritten direkt.


Schlieβen Sie als Bevollmächtigter eine Haftpflichtversicherung ab. Sie sind berechtigt, die Prämien als Aufwendungsersatz zu fordern.



Grundsätzlich gilt das Recht am Wirkungsort. Ob eine inländische Vollmacht im Ausland wirksam ist, und welche Wirkung sie entfaltet, richtet sich nach dem Recht des Landes, in dem sie ausgeübt werden soll.

Der Vorsorgevertrag und die Vollmacht bleiben grundsätzlich als Auftrag oder Geschäftsbesorgungsvertrag auch über den Tod des Auftraggebers hinaus wirksam. Ein Nachweis über das Ableben des Vollmachtgebers ist nicht erforderlich.

Der Bevollmächtigte vertritt nach dem Erbfall den oder die Erben und ist verpflichtet, dies auch nach auβen erkennbar werden zu lassen. Der Bevollmächtigte ist berechtigt, alle Rechtsgeschäfte vorzunehmen, die auch der Erblasser hätte tun können.

Die Erben sind berechtigt, die Vollmacht jederzeit zu widerrufen und dem Bevollmächtigten Weisungen zu erteilen.


Nehmen Sie in die Vorsorgevollmacht ausdrücklich auf, dass diese über den Tod des Vollmachtgebers hinaus gilt! Zum Abschluss ungewöhnlicher Rechtsgeschäfte sollten Sie grundsätzlich das Einverständnis der Erben einholen.



MUSTERSCHREIBEN und FORMULARE zum Herunterladen finden Sie hier:

Vorsorgevollmacht  •  Kontrollbevollmächtigung  •  Vorsorgevertrag  •  Betreuungsverfügung  •  Patientenverfügung

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